Am einfachsten geht es bei Frühtracht- oder Sommertrachthonig:
Wenn der Honig im Frühling entstanden und geerntet ist, ist es Frühtrachthonig. Wenn er im Sommer entstanden und geerntet wird, handelt es sich um Sommertrachthonig. Hierbei ist es irrelevant, ob der Honig Honigtau oder Blütenhonig enthält, denn Tracht ist insofern ungenau, als das das Wort das allgemeine Nahrungsangebot der Honigbiene im Frühling oder im Sommer darstellt.
Etwas komplizierter wird es dann schon bei Frühlingsblütenhonig, denn dieser muss überwiegend Blütenhonig enthalten und nicht Honigtau, was auch schon mal vorkommt. Unser Frühlingsblütenhonig enthält meistens den Nektar von Streuobstbäumen (Kirsch-, Birnen-, Pflaumen-, Quitten- und Apfelbäumen), von Wildsträuchern wie Schwarz- und Weißdorn, von Wildbäumen wie Ahorn und von landwirtschaftlichen Kulturen wie dem Raps.
Spezieller, sortenreiner Honig wie zum Beispiel Rapshonig erkennt man daran, dass er sehr schnell kristallisiert und eine ganz helle, fast weiße Farbe hat. Er ist von spezieller Konsistenz und Geschmack und hat eine sehr niedrige elektrische Leitfähigkeit von höchstens 0,1 bis 0,22 mS/cm, da er kaum Mineralien enthält, anders als Honigtau-Honig. Wir haben ein spezielles Labor-Set, mit welchem wir die elektrische Leitfähigkeit ermitteln können. Ein drittes Merkmal neben Geschmack und Leitfähigkeit sind die enthaltenen Pollen, die man mit Hilfe einer Pollenanalyse ermitteln lassen kann. Dazu schicken wir Honigproben in ein Lebensmittellabor.
Anders als Rapsblütenhonig ist Akazienhonig – der Honig der Robinie – ganz hell durchscheinend und kristallisiert nicht bis sehr spät. Auch dieser Honig hat eine sehr geringe elektrische Leitfähigkeit. Da der Robinienhonig kaum Robinienpollen enthält, lässt er sich nicht anhand einer Pollenanalyse bestimmen. Hierfür gibt es wiederum andere Analysetechniken.
Weitere Honigsorten des Frühlings sind zum Beispiel Löwenzahnhonig oder Kirschblütenhonig.
Honigtauhonige erkennt man an ihrer dunklen Farbe und an ihrem malzigen, kräftigen Geschmack. Sie lassen sich ebenfalls nicht anhand von Pollen analysieren. Sie enthalten vielmehr andere Elemente, z. B. Algen, Sporen, Honigtau-Hefen, Pilze. Die elektrische Leitfähigkeit von Wald-und-Blütenhonig beträgt 0,7 mS/cm, von Waldhonig über 0,8 mS/cm. Auch Waldhonige kristallisieren nicht bis sehr spät. Wald- und Blütenhonige kristallisieren nach einigen Wochen bis Monaten.
Wenn man eine spezielle Honigsorte erwartet, lässt man den Honig am besten in einem Labor analysieren, um sicherzugehen, dass es wirklich die erwartete Sorte ist.
Die Tatsache, dass die Bienen direkt bei einem Rapsfeld stehen, heißt noch nicht, dass sie auch wirklich Rapsnektar sammeln. Hier spielen viele Faktoren eine Rolle: Die Temperatur, die Wasserversorgung der Pflanzen und andere, attraktivere Trachtquellen in der Nähe, zum Beispiel Tannen …





