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Wieso eine neue Herkunfts-Kennzeichnung für Honig?

Die deutschen Imkerinnen und Imker haben immens unter der Einfuhr von billigem Honig aus dem Ausland zu leiden. Bisher waren die Angaben auf den Etiketten sehr schwammig und verschleierten die exakte Herkunft des Honigs. 

Deshalb wurde nun eine neue Kennzeichnungspflicht für Honig eingeführt, die für mehr Transparenz sorgen soll. 

​Die Herkunftsbezeichnung „Mischung von Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern“ ist seit dem 14. Juni 2026 im Rahmen der neuen EU-Honigverordnung nicht mehr zulässig. 

Wenn der Honig aus einem Glas aus mehreren Ländern kommt, müssen alle Ursprungsländer auf dem Etikett aufgeführt werden – und zwar in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils und inklusive der genauen Prozentangabe. Die Herkunftsangaben müssen zudem gut sichtbar auf die Vorderseite des Honigglases.

Unser Honig kommt ausschließlich, zu 100 % aus Deutschland. Deshalb muss, wenn „Ursprungsland: Deutschland“ auf dem Etikett steht, ist keine zusätzliche Prozentangabe (wie „100 %“) auf das Etikett. 

Wir gehören dem Bioland Verband an, der außer in Südtirol – und demnächst wahrscheinlich auch im übrigen Italien – nur in Deutschland aktiv ist. Wir werden jährlich kontrolliert und können zu 100 Prozent nachweisen, dass unser Honig aus Deutschland kommt. 

Auf unserem Honigglas steht deshalb klar erkennbar „Honig aus Deutschland„. 

​Die Neuregelung wurde zum Verbraucherschutz, zum Schutz der heimischen Imkerei und zur Betrugsbekämpfung eingeführt. 

​Es gibt seit langer Zeit ein massiver Verdacht auf Honigfälschung. Durch eine Gentest konnte dies durch die große Initiative des Deutschen Erwerbsimkerbunds DBIB nachgewiesen werden.

​Honig gehört weltweit zu den am häufigsten gefälschten Lebensmitteln. Eine großflächige Untersuchung der EU-Kommission zeigte, dass etwa 46 % der untersuchten Honigimporte in die EU unter dem Verdacht standen, gefälscht zu sein. (Quelle: ec. Europa. EU, Pressemitteilung vom 21.03.2023). Häufig wird echter Honig unbemerkt mit billigem Zuckersirup aus Reis, Weizen oder Mais gestreckt, um die Produktionskosten drastisch zu senken. Die Herkunft des Honigs soll nun besser zurück verfolgt werden können, sodass das Fälschen von Honig erschwert wird. 

Der größte Teil des in Deutschland verbrauchten Honigs wird nach Deutschland importiert, nur ein kleiner Teil kommt von deutschen Imkerinnen und Imkern auf den Markt, die mit den geringen Preisen des Importhonigs nicht konkurrieren können. So kann ein großer Teil des deutschem Honigs nicht oder nur zu sehr geringen Preisen, die die Herstellungskosten nicht decken, abgesetzt werden. Eine Befragung des DBIB (Deutscher Erwerbsimkerbund) hat ergeben, dass viele Imkerinnen und Imker bereits ihre Völkerzahl drastisch reduziert haben, womit natürlich die Bestäubungsleistung zurückgeht. 

Die neue Transparenz gibt den Konsumenten die Macht für eine bewusste Kaufentscheidung für Deutschen Honig. Gleichzeitig schützt sie heimische Imker sowie Fairtrade-Produzenten weltweit, die echten handwerklichen Honig herstellen, vor unfairem Preisdruck durch gefälschte Billigimporte.

Warum ist ein Glas Deutscher Honig vom Imker nebenan quasi „Fairtrade“?

​Die Imkerei in Deutschland ist ein arbeits- und inverstitionsintensiver Zweig der Landwirtschaft, der zu über 95 Prozent von Freizeitimkern und Nebenerwerbsbetrieben betrieben wird. Wer Honig direkt beim Imker oder im regionalen Handel kauft, sorgt dafür, dass die Wertschöpfung zu 100 Prozent beim Erzeuger bleibt. Es gibt keine Großkonzerne oder anonymen Zwischenhändler, die die Preise drücken. Ein fairer Preis für das Glas Honig sichert das Überleben eines traditionsreichen Landwirtschaftszweigs, der angesichts von Billigimporten und Honigfälschungen auf dem Weltmarkt massiv unter Druck steht.

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